Jüdisches Leben  in Fürstenwalde

Geschichtliches


Wie überall in Deutschland lebten in der Vergangenheit auch immer Juden in Fürstenwalde und wie überall verlief deren Leben wahrscheinlich auch hier zwischen Perioden des Zusammenlebens, der Duldung und Förderung sowie Perioden der Ausgrenzung und Verfolgung.

Die erste schriftliche Erwähnung finden wir bereits im 14. Jahrhundert mit der Verbrennung des Juden Davids 1379 in Fürstenwalde. Vermutlich wurde den Juden die Schuld an der damaligen Pestepidemie gegeben. 1571 wurden schließlich alle Juden aus der Mark Brandenburg vertrieben. Erst 100 Jahre später duldete der Kurfürst wieder die Ansiedlung von ca. 50 Familien.


Der älteste Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof in Fürstenwalde stammt aus dem Jahre 1746. Das deutet darauf hin, dass schon zu dieser Zeit Juden in Fürstenwalde gelebt haben müssen.1829 wurde der neue Friedhof errichtet, 1879 in der Frankfurter Straße eine Synagoge eröffnet. 1928 kam es zur Erweiterung des jüdischen Friedhofs Frankfurter Straße und zum Bau einer Feierhalle.

Zehn Jahre darauf wurden die Synagoge zerstört und der Friedhof verwüstet.


Dr. Herbert Flatauer

Arzt und Kaufmannssohn

Eisenbahnstr. 8 (am Amtsgericht)

früher Standort Kaufhaus Flatauer

Ihre Namen

Hurst Storch Prager.jpgGertrud Krebs.jpgKlopstock.jpgFam_Heymann.jpgMax_Joh Gerber.jpgSophie Davidson.jpgMarcuse.jpgFritz Friedländer.jpg

Die

Spur

der

 Steine

Wie schleichendes Gift

hin zur „Endlösung der Judenfrage“


Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Fürstenwalde ca. 150 bis 160 jüdische Bürgerinnen und Bürger. Sie waren in der Regel bestens integriert und lebten inmitten der Gesellschaft. Die Kaufhäuser Gottfeld, Marcuse und Flatauer sowie 32 weitere jüdische Geschäfte waren Einkaufsstätten der Fürstenwalder. Zahnärzte, Ärzte, Fotografen und Anwälte übten ihre Berufe aus. Max Gottfeld (einzig erhaltene Familiengrabstätte auf dem jüdischen Friedhof Fürstenwalde) fiel als deutscher Soldat für sein Vaterland im Ersten Weltkrieg und der langjährige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Fürstenwalde, Hermann Casper, war viele Jahre hochgeachteter Stadtrat.

Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 änderte sich schrittweise aber nachhaltig die Situation für die Juden in Deutschland.  Aktionen und diverse Gesetze („Judengesetze“)  beschränkten die Rechte der Juden zunehmend. Über Jahre verschwanden sie dadurch allmählich aber kontinuierlich aus dem öffentlichen Leben und damit auch aus dem Blickwinkel der Bevölkerung. Mit der Wannseekonferenz 1942 wurde diesem perfiden Plan dann die Krone aufgesetzt und der Holocaust, der in der systematischen Vernichtung von mehr als 6 Milionen Juden gipfelte, endgültig besiegelt.

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